Was ist die Privathaftpflichtversicherung?

Mrz 8, 2022 Unser BLOG
Was ist die Privathaftpflichtversicherung

Haben Sie schon einmal ein Glas Rotwein bei Freunden auf den Teppich fallen lassen? Oder den Schlüssel zum Büro Ihres Arbeitgebers verloren? Hat Ihr Kind beim Fußball spielen im Garten die Fensterscheibe Ihres Nachbarn zerstört?

All das kann so schnell passiert und dann müssen Sie den finanziellen Schaden ersetzen. Das kann unter Umständen sehr teuer werden. Daher sollten Sie unbedingt eine private Haftpflichtversicherung abschließen.

Was ist die private Haftpflichtversicherung?

Ob aus Leichtsinn, Missgeschick oder Vergesslichkeit: Wer einen Schaden verursacht, der muss auch dafür geradestehen. Dies ist gesetzlich geregelt. So haften Sie für alle Schäden, die Sie jemand anderem schuldhaft zugefügt haben in unbegrenzter Höhe und mit Ihrem gesamten Vermögen. Im schlimmsten Fall haften Sie als Verursacher mit Haus und Grundbesitz, mit Bankguthaben, Lohn oder Gehalt. Auch auf spätere Erbschaften oder einen möglichen Lottogewinn kann zugegriffen werden. Dies kann zu Ihrem finanziellen Ruin führen, wenn Sie keine Privathaftpflichtversicherung haben.

Die private Haftpflichtversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen. Sie versichert das finanzielle Risiko, welches nach einem Schaden auf Sie zukommen kann.

Verschiedene Formen der Haftpflichtversicherung

Es gibt bei der Privathaftpflichtversicherung die Einzelversicherung, welche ausschließlich den Versicherungsnehmer absichert und die Familienhaftpflicht, welche auch Schäden abdeckt, die von Angehörigen verursacht werden.

Wie hoch sollten Sie sich versichern?

Wenn Sie sich für eine Deckungssumme entscheiden, sollte Sie unbedingt beachten, dass Versicherer nur bis zu dieser Summe zahlen. Wenn der Schaden höher ist, dann müssen Sie den Rest selbst bezahlen.

Achtung: Gerade bei Unfällen mit Personenschäden können immens hohe Schadensummen entstehen.

Ihr Kind läuft einem Ball hinterher auf die Straße, ein Fahrradfahrer muss ausweichen und fährt gegen einen Baum. Dabei verletzt er sich so schwer am Rücken, dass er von nun an auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Die Kosten für die Behandlung und den rollstuhlgerechten Umbau seines Hauses kommen nun auf Sie zu.

Wie wird der Beitrag berechnet?

Es gibt Tarife für Singles, für Ehepaare ohne Kinder oder für Familien mit Kindern. Dies hat Auswirkungen auf die Preise. Die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung pro Versicherungsfall reduziert den Beitrag ein wenig. Den Versicherungsbeitrag einmal im Jahr zu zahlen kann günstiger sein, als jeden Monat eine Rate zu bezahlen.

Worauf Sie bei der Haftpflichtversicherung achten sollten

Versicherungssumme

Achten Sie darauf, dass Sie eine ausreichend hohe Versicherungssumme vereinbaren, damit Sie im Falle eines Schadens keine Kosten selbst zahlen müssen. Vor allem bei Personenschäden können die Ansprüche schnell in die Millionenhöhe gehen.

Forderungsausfall

Was passiert, wenn Sie von einem Fahrradfahrer körperlich so schwer verletzt werden, dass Sie Ihr Haus behindertengerecht umbauen müssen?

Im Idealfall zahlt die Haftpflichtversicherung des Fahrradfahrers. Hat dieser jedoch keine Versicherung und ist zusätzlich noch zahlungsunfähig, gehen Sie leer aus.

Daher sollten Sie eine Forderungsausfalldeckung abschließen. Diese greift in genau solchen Fällen, wenn der Verursacher nicht zahlen kann. Dann entschädigt stattdessen der Haftpflichtversicherer Sie als Versicherungsnehmer.

Gefälligkeitsschäden

Wenn Sie im Rahmen eines Freundschafsdienstes oder einer Gefälligkeit einen Schaden anrichtet, müssen Sie in der Regel nicht selbst haften. Die Privathaftpflichtversicherung ersetzt den entstandenen Schaden erstmal nicht.

Hierzu ein Beispiel: Lässt ein Freund aus Versehen den teuren Fernseher fallen, gehen viele Gerichte davon aus, dass die Haftung stillschweigend ausgeschlossen wurde, denn anderenfalls hätte sich der Helfer sehr wahrscheinlich nicht dazu bereit erklärt zu helfen.

Es gibt allerdings Versicherungen, die Gefälligkeiten und Freundschaftsdienste mitversichern.

Schlüsselverlust

Grundsätzlich ist das Abhandenkommen von Gegenständen in der Haftpflichtversicherung ausgeschlossen. Der Schlüsselverlust lässt sich jedoch einschließen. Wichtig zu beachten ist, dass sich die Leistung beim bloßen Verlust von Schlüsseln nur auf den Austausch von Schlössern beschränkt.

Schmerzensgeld

Schmerzensgeld ist eine Entschädigung in Geld für Schäden, die nicht materieller Art sind, z.B. das Leid durch einen psychischen Schock.

Wichtige Klauseln

Entsteht Ihnen ein Schaden durch jemand anderen, der nicht haftpflichtversichert ist und den Schaden nicht bezahlen kann, so muss Ihre Haftpflichtversicherung einspringen.

Neu entstandene Risiken, die während der Vertragsdauer hinzukommen, sind erst einmal beitragsfrei mitversichert. Zum Beispiel: Wenn Sie seine Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen haben und sich nun einen Hund anschaffen, so ist dieser bis zur nächsten Prämienfälligkeit zunächst beitragsfrei mitversichert. Sie können sich also etwas Zeit lassen, die dem Abschluss einer Tierhalterhaftpflichtversicherung.

Die private Haftpflichtversicherung springt immer dann ein, wenn man selbst Dritten Schäden zufügt, für die man geradestehen und den Schaden ersetzen muss.

Warum ist die Privathaftpflichtversicherung wichtig?

Wissen Sie wofür eine Privathaftlichtversicherung wichtig ist und wieso Sie unbedingt eine abschließen sollten? Nachfolgend erfahren Sie mehr dazu.

Wieso Sie eine Privathaftpflichtversicherung abschließen sollten

Schnell ist etwas passiert. Sie leihen sich für den Urlaub eine teure Kamera eines Freundes. Diese fällt Ihnen dann herunter und ist irreparabel geschädigt. Oder Ihr Kind stößt in einem Geschäft aus Versehen eine wertvolle Vase um. Schadenersatzzahlungen oder Personenschäden können sehr teuer werden und im schlimmsten Fall Ihre Existenz bedrohen. Die private Haftpflichtversicherung verhindert, dass Sie nach solchen Schadensereignissen vor einem riesengroßen Schuldenberg sitzen.

Wichtige Vorteile der Privathaftpflichtversicherung

Mit einer abgeschlossenen Privathaftpflichtversicherung sind fast alle Schäden gegenüber Dritten versichert. Ist die Versicherungssumme hoch genug, müssen Sie keine Kosten selbst tragen, wenn es zu einem Unfall kommt. Sowohl Sachschäden als auch Personenschäden sind abgedeckt.

Ein weiterer Vorteil der privaten Haftpflichtversicherung ist, dass unberechtigte Schadenersatzansprüche abgewehrt werden. Die Haftpflichtversicherung bietet also eine Art „passiven“ Rechtsschutz an.

Wie viele Haushalte in Deutschland haben eine Privathaftpflichtversicherung?

Quelle: Destatis

Wofür ist die Privathaftpflichtversicherung da?

Wissen Sie wofür die Privathaftpflichtversicherung da ist  und was Sie mit der Versicherung absichern können und was nicht? Im Folgenden beantworten wir diese Fragen und zeigen auf, was die private Haftpflichtversicherung leistet.

Was ist in der Privathaftpflichtversicherung versichert?

rivate Haftpflichtversicherung

Was ist nicht versichert?

Wenn Sie einem anderen beim Umzug helfen, so ist ein dabei entstandener Schaden durch einfache Fahrlässigkeit nicht versichert. Machen Sie also etwas kaputt, so sind Sie nicht zu Schadenersatz verpflichtet.

Schuldunfähige Kinder sind ebenfalls nicht versichert. Kinder, die nicht älter als 6 Jahre sind, können nach dem Gesetz nicht für Schäden verantwortlich gemacht werden. Sie sind deliktunfähig. Bei Schäden im fließenden Verkehr sind Kinder bis zu einem Alter von 10 Jahren deliktunfähig. Wenn die Eltern ihre Aufsichtspflicht nicht vernachlässigt haben, dann erhält der Geschädigte keinen Schadenersatz. Es besteht allerdings die Möglichkeit deliktunfähige Kinder mitzuversichern. So lassen sich bei einem Unfall Konflikte vermeiden.

Nicht versichert sind zudem vorsätzlich herbeigeführte Schäden sowie Schäden, die durch ein Kraftfahrzeug verursacht wurden. Für diese gibt es eine extra KFZ-Haftpflichtversicherung. Auch Schäden, welche durch den Gebrauch eines Wasser- oder Luftfahrzeuges entstehen sind nicht mitversichert. Für diese gibt es ebenfalls eine spezielle Haftpflichtversicherung.

Wer ist bei der privaten Haftpflichtversicherung mitversichert?

Schließen Sie eine Privathaftpflichtversicherung ab, dann ist Ihr Ehepartner oder Lebenspartner mitversichern. Haben Sie Kinder, so laufen diese ebenfalls mit über Ihre Versicherung. Und auch Haushalts- und Gartenhilfen und Babysitter können Sie im Rahmen ihrer Tätigkeiten mitversichern.

Wie lange sind Kinder über die Eltern versichert?

Grundsätzlich sind Kinder mitversichert, solange sie nicht volljährig sind. Sobald sie heiraten, endet der Versicherungsschutz für sie. Unabhängig vom Alter können Kinder über die Familienversicherung mitversichert bleiben, wenn sie noch zur Schule gehen, ihre erste Berufsausbildung (Lehre oder Studium) absolvieren oder sich in der üblichen Wartezeit zwischen den Ausbildungsabschnitten befinden.

Die Kinder, welche die erste Lehre oder das erste Studium abgeschlossen haben und ein weiteres starten möchten, benötigen eine eigenständige Haftpflichtversicherung. Sollten Kinder nach der Schulzeit zur Bundeswehr gehen oder direkt in die Berufstätigkeit durchstarten, so sind sie nicht mehr mitversichert.

Wer zahlt bei Schäden von Haustieren?

Die Privathaftpflichtversicherung übernimmt die Kosten, die durch Schäden von gezähmten Kleintieren, wie zum Beispiel Katzen, Meerschweinchen oder Wellensittichen entstehen. Für Hunde oder Pferde müssen Sie eigenständige Haftpflichtversicherungen abschließen.

Wo besteht Versicherungsschutz?

Der Versicherungsschutz besteht weltweit, sofern der Auslandsaufenthalt nicht länger als ein Jahr dauert. Innerhalb der EU sollte ein Aufenthalt ohne zeitliche Begrenzung versichert sein. Achten Sie unbedingt auf die Angaben in Ihrem Vertrag.

Was leistet die private Haftpflichtversicherung?

Die Privathaftpflichtversicherung bietet Ihnen als Versicherten und Ihrer Familie einen Schutz vor Schadenersatzansprüchen. Zunächst prüft die Haftpflichtversicherung, ob und in welcher Höhe eine Verpflichtung zum Schadensersatz besteht. Sind die Ansprüche unberechtigt, wehrt der Versicherer die Ansprüche auf eigene Kosten und Gefahr ab. Dabei handelt es sich um einen sogenannten passiven Rechtsschutz. Sind die Ansprüche allerdings berechtigt, dann wird der Schaden bezahlt, sofern der Schaden nicht mit Vorsatz herbeigeführt wurde.

Der Grundsatz des Haftpflichtversicherers besagt, dass sich der Geschädigte nicht an einem Schaden bereichern soll.

Folgende Arten schon Schäden werden unterschieden:

Sachschaden

Alle Kosten für die Reparatur werden gezahlt. Wenn der Gegenstand nach der Reparatur weniger wert ist als vorher, gibt es einen Aufschlag für diese Wertminderung.

Totalschaden

Der Zeitwert der versicherten Sache wird erstattet. Unter Zeitwert versteht man den Wiederbeschaffungswert einer Sache der gleichen Art und Güte unter Berücksichtigung von Alter und Abnutzung.

Hierzu ein Beispiel: Für ein gebrauchtes Fahrrad erhält der Geschädigte so viel Geld, dass er sich ein ähnlich gutes, gebrauchtes Fahrrad kaufen kann.

Personenschaden

Bei Personenschäden werden folgende Kosten durch den Versicherer übernommen: Kosten für die Bergung, Arzt- und Krankenhauskosten, den Verdienstausfall, Kosten für die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, den Umbau von Wohnung oder Haus und auch Schmerzensgeld oder bei bleibenden Schäden die lebenslange Rente und andere Zusatzkosten wie zum Beispiel Pflegepersonal.

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